Fünf Positionen - curated by Siegrun Appelt at Quadrart Dornbirn, January - March 2026

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Die Ausstellung stellt die unterschiedlichen Handschriften der beteiligten Künstler:innen vor und macht zugleich die Vielfalt künstlerischer Positionen, die heute in Vorarlberg aktiv sind, sichtbar. Die kuratorische Konzeption von Siegrun Appelt verbindet die einzelnen Arbeiten außerdem zu einem gemeinsamen Raum, in dem sie miteinander in Dialog treten. Dadurch entstehen ganz neue inhaltliche Bezüge.

Die Arbeit der in Budapest lebenden Künstlerin Veronika Breuer bewegt sich zwischen Fotografie, Installation und materieller Bildforschung. Ihre österreichisch-ungarische Herkunft, in der sie zweisprachig aufwuchs, prägte ihr künstlerisches Denken ebenso wie ihre besondere Aufmerksamkeit für Erinnerung, Identität und die Feinheit von Wahrnehmung. Breuer arbeitet überwiegend analog und nutzt handwerkliche, oft naturbezogene Materialien wie Papiere, Leinen, Hanf, Ton oder Wachs, die sie mit fotografischen Bildern verbindet. Dadurch entstehen Werke, die nicht als klassische Fotografien erscheinen, sondern als fragile, atmosphärische Bildobjekte, deren Oberfläche und Substanz genauso wichtig sind wie das Motiv selbst. Dunkle, erdige oder tief gesättigte Farbtöne verleihen ihren Bildern eine organische, fast körperliche Präsenz, während Projektionen, Überlagerungen oder transparente Stoffe ihren Arbeiten eine gewisse Flüchtigkeit und poetische Offenheit geben.

In ihren Installationen lässt Breuer Bilder nicht einfach „stehen“, sondern wirken, verschwinden und sich verändern, sodass Erinnerung, Zeit und Wahrnehmung ineinander übergehen. So auch in der neuen Serie „Burning Dreams“, in der es um aufgeschriebene Träume geht, die sie aufgeschrieben und anschließend verbrannt hat. Die verbrannten Papiere sind schließlich die kleinen Objekte.

Charakteristisch für Breuers Werk ist die besondere Sensibilität, mit der sie den Raum zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Material und Bild sowie zwischen Erinnerung und Gegenwart auslotet. Ihre Kunst berührt, weil sie nicht nur zeigt, sondern auch erfahrbar macht. Sie öffnet Räume, in denen man Textur, Licht, Atmosphäre und Zeit beinahe körperlich spürt.